Die 12 meistgesehenen Geister in Deutschland Teil 2

Hier kommt der zweite Teil der 12 meist gesehenen Geister in Deutschland. Man mag es ja eigentlich kaum glauben, was hierzulande geistermäßig so abzugehen scheint. Und da rede ich eben nur von der Art Geistern, die einer Vielzahl von Menschen aus Erzählungen über deren Sichtungen bekannt sind.
Es gibt darüber hinaus ja noch jede Menge anderer Geschichten. Geschichten über Geistererscheinungen in den eigenen 4 Wänden zum Beispiel.
Vielleicht werde ich darüber hier auch einmal etwas machen, aber zunächst möchte ich hier mit den
12 Geistern fortfahren, die sich an öffentlichen Orten herum treiben sollen. Zumindest dann, wenn man den ganzen Berichten von Augenzeugen glaubt, die diese Geister gesehen haben wollen.

Der Rotenfels – die Heimat de Berggeistes.
Die größte Steilwand zwischen den Alpen und Skandinavien liegt in Rheinland-Pfalz: 202 Meter hoch und 1200 Meter lang ist der Rotenfels bei Bad Münster.
Leider ein Ort, an dem schon mancher seinem Leben ein Ende gesetzt hat. Vor allem aber ein Ort, an dem Mystiker übernatürliche Schwingungen wahrnehmen.Der Sage nach treibt in dem Naturschutzgebiet seit Jahrhunderten ein Berggeist sein Unwesen. Vor 500 Jahren soll er den Reichsritter Franz von Sickingen als kleinen Jungen von dem Felsen gerettet haben. Der Geist zeigte dem Kind seine Höhle mitsamt seiner Schätze und die beiden freundeten sich an. Immer wieder kehrte Franz in der Dämmerstunde zu dem überirdischen Gesellen zurück, und niemals verriet er ihn. Als er erwachsen und ein ruhmreicher Ritter war, warnte ihn der Geist, dass er nicht nach Trier ziehen solle. Dort lauere Gefahr!
Doch der Ritter begab sich, nicht auf seinen Freund hörend, in die Schlacht. Der Geist grollte ihm, weil er seinen Rat nicht befolgt hatte. Statt Glück verfolgte den Ritter fortan nur noch Pech.
Letztlich wurde Franz von Sickingen schwer verwundet und starb in Burg Nanstein, weit entfernt von der Heimat mit seinem einstigen Freund.
Der Berggeist aber trauerte und schwebt deshalb angeblich noch heute in dunklem, wolkigem Gewand über den Felsen.
Und was natürlich nach einer Sage klingt, soll für manchen schon zu einem gruseligen Erlebnis geworden sein. Immer wieder berichten Menschen, dass sie dort seltsame schwarze Schatten zwischen den Bäumen und Felsen gesehen haben, die sich dann förmlich in Luft aufgelöst hätten. Und mancher der Besucher dort berichtet von einem Gefühl, also man beobachtet würde. Es gibt Berichte über richtige Begegnungen mit den Geistern von Selbstmördern, oben auf der Felsspitze. Es scheint ein spooky Ort zu sein.

Ein ganzes Arsenal an Geistern scheint die Burg Wildenstein in Baden-Württemberg zu beherbergen.
Bereits im Zweiten Weltkrieg soll einem amerikanischen Soldaten ein Geist erschienen sein. Gerade, als er ein Bad nehmen wollte, schwebte eine Frau ganz in Weiß herein. Der Mann sagte ihr, sie solle das Zimmer verlassen – ohne Erfolg. Als er sie packen und hinausschieben wollte, fasste seine Hand natürlich ins Leere. Die Frau war verschwunden. Vermutungen zufolge handelt es sich um Apollonia, die Frau des Burggründers Gottfried von Zimmern. Angeblich kommt sie noch heute des Nachts aus dem Kamin und spukt durch das Gemäuer. Nur wenige Jahre später wurde Anneliese Hofer, Herrin des Schlosses, mit dem nächsten Geist konfrontiert: Ein kleiner Junge in Seemanskluft saß am Küchentisch – und war im nächsten Moment wieder verschwunden. Sie beschrieb ihrem Mann, Baron Maximilian Hofer von Lobenstein, den altmodisch gekleideten Jungen, und der glaubte, in ihm einen ehemaligen Burgbewohner wiedererkannt zu haben. Der kleine Georg soll um 1890 das Schloss bewohnt und schließlich an einer Infektionskrankheit gestorben sein. Dem Baron zufolge gab es damals schon 90 Jahre lang Geister- und Spukerscheinungen auf der Burg. Er selbst soll einen kleinen Gnom, der wie irre über das Gelände lief, gesehen haben.Neben den Geistern gab es dort auch andere gruselige Momente: Manchmal ertönte einfach Musik, ohne dass jemand wusste, woher sie kam. Im Augenblick soll dort Ruhe herrschen, nachdem die Burg zur einer Jugendherberge umgebaut wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt aber, gab es zahlreiche Berichte über Geistersichtungen dort.

Die spukenden Untoten aus dem Saarland.
Eine Spukgeschichte erzählt man sich im Saarland besonders gern: Sie handelt von einer Geisterlok und untoten Bergarbeitern. Als sich eines Nachts zwei Bergarbeiter auf den langen Heimweg machten, hörten sie plötzlich das Geräusch einer Dampflok. Mitten in der Nacht – das kam ihnen seltsam vor, zudem sie auf einem stillgelegten Gleis unterwegs waren. Doch das Geräusch wurde immer lauter – und plötzlich erschien die schwarze Lokomotive und hielt nur wenige Meter vor den Männern. Eine ganze Horde Bergarbeiter, schwarz gekleidet mit weißen Gesichtern, stieg aus und machte sich, auf in Richtung Stollen. Die (echten) Bergarbeiter bekamen Angst. Einer blieb starr vor Schreck stehen, der andere lief weg. Als er zu Hause ankam, war sein Haar schlohweiß und erst nach Tagen konnte er über das Erlebte sprechen.
Der Erzählung nach handelte es sich bei der Geisterhorde um Bergarbeiter, die im Stollen ihr Leben verloren hatten und deren Geister nun stets an den Ort ihres Todes zurückkehren müssen.
Der Arbeiter aber, der in jener Nacht nicht mit seinem Kumpel davonlief, wurde nie wieder gesehen.
Und das Beste an dieser Geschichte ist, das sie sogar polizeilich aufgenommen worden sein soll.
Interessant ist vielleicht auch die Tatsache, dass es aus vielen Ländern Berichte über Geisterzüge gibt, die teils auch gut dokumentiert sind. Wer weiß schon, ob da etwas wahres dran sein kann…..

 

Eine Geschichte voller Liebe, Eifersucht und sogar Mord soll sich auf Burg Wolfsegg bei Regensburg zugetragen haben.
Burgherr Ulrich von Laaber befand sich in einem üblen Erbstreit. An allen Fronten kämpfend, vertraute er auch auf die Waffen der Frau: In diesem Fall war es seine eigene Gattin Klara von Helfenstein, die seinen Widersacher betören und somit ausschalten sollte. Sie aber verliebte sich in den Kontrahenten ihres Mannes und wechselte die Seite. Das konnte der Gehörnte nicht mit seinem Stolz vereinbaren und beauftragte zwei Bauernjungen, seine untreue Frau zu ermorden. Während der eine sie zur Bewusstlosigkeit würgte, stach der andere immer wieder mit einem Messer zu. Im Renaissancezimmer, dem Ort des Mordes, soll sie seitdem herumspuken und keine Ruhe finden. Andere Versionen der Geschichte besagen, dass sich die Frau in Abwesenheit mit einem Mann aus dem Dorf einließ. Voller Wut brachte Burgherr Laaber Gattin und Geliebten um. Egal, ob eine – und wenn ja, welche – Version der Wahrheit entspricht: Ulrich von Laaber selbst starb eines plötzlichen Todes. In der Geschichtsschreibung findet sich kein Hinweis dazu, wie er ums Leben kam. War es am Ende sogar Klaras Geist, der sich für den gewaltsamen Tod rächte? Über Jahrhunderte fand sie keine Ruhe und spukte als weiße Frau durch die Burg. Seltsame Geräusche und Lichterscheinungen ängstigten die Burgbewohner. Unheimlich: Auch um die Höhlen unter dem Gemäuer sollte man einen Bogen machen: Dort soll einst der Totenschädel eines Kindes gefunden worden sein. Und auch heute noch gibt es immer wieder Berichte über die Sichtung der weißen Frau in diesem Gemäuer.

Der schwarze Ritter von Überlingen
Ein Gemäuer in Überlingen, Schwaben. „In dieser Burg residierte im Jahre 641 Gunzo, Herzog von Schwaben und Alemanien“ lautet eine Inschrift im Torbogen.
Während Gunzos Wirken zu Lebzeiten im Ungewissen liegt, ist umso mehr über sein Leben nach dem Tod bekannt – auch wenn es sich um Spukgeschichten handelt. Diese aber haben es in sich …
Den Bewohnern seines alten Hauses erschien des Öfteren ein gut 1,80 Meter großer Ritter, ganz in Schwarz und mit geschlossenem Visier. Manchmal trieb er auch hinter dem Haus, in einer kleinen Gasse, sein Unwesen: Er verfolgte einzelne Personen und warf sie in den Stadtgraben.
Eine Geschichte, die sich im Haus des untoten Ritters zugetragen haben soll, klingt ebenso absurd wie gruselig: Eines Nachts schlich sich der schwarze Geist ins Schlafzimmer der Ehefrau des Hausherren.
Während sie schlief, kippte er glühende Kohlen über das Bett. Brandwunden trug die Frau nicht davon – doch neun Monate später gebar sie ein Kind vom Ritter. Als sei das allein nicht übel genug, wies das Baby außerdem schwarze Brandmale auf.

Kindermord auf Burg Hoheneck
Dort, wo Schüler heute Klassenfahrten verbringen, ereignete sich der Legende nach vor vielen Jahren eine grausame Geschichte. In der Nähe der Burg, die heutige Jugendbildungsstätte, lebte damals eine Gräfin, die verwitwet war und wieder Ausschau nach einem potenziellen Heiratskandidaten hielt. Perfekt erschien ihr der Besitzer der Burg Hoheneck, ein Nürnberger Graf. Doch der Graf hatte kein Interesse an der Frau.
Sie konnte sich das nicht erklären und vermutete ihre beiden Kinder als Grund für seine Abneigung.
Dieses Problem wollte die Gräfin beseitigen: In der Nacht griff sie zu ihrer goldenen Nadel und ermordete damit ihren Sohn und ihre Tochter.
Der Graf aber blieb weiterhin eisern. Für ihn kam eine Hochzeit mit der Witwe nicht in Frage.
Die Reue, ihre Kinder umgebracht zu haben, machte die Frau schließlich verrückt. Sie starb und soll spukend auf gleich mehreren Burgen ihres Angebeteten gesehen worden sein.
Nicht nur durch ihre Erscheinung blieb die Gräfin den Anwohnern stets im Gedächtnis: Auf Burg Hoheneck gibt es sogar ein Gemälde von ihr. Nachts aber soll es manchmal leer bleiben, und die mörderische Witwe streift in weißem Gewand durch die Gemäuer.
Nun ja, das dramatische an dieser Geschichte ist, dass die Frau tatsächlich aus dem genannten Grund ihre Kinder getötet haben soll.

Zugegeben klingen diese Geschichten der 12 Geister schon sehr nach Sagen und Legenden, auch wenn die Geschichten dahinter oftmals wahr sind. Aber man sollte sie einmal erzählt haben, wie ich finde. Andere Geistererscheinungen und die Berichte darüber, die wir oftmals in Mysteryserien wie Haunted auf TLC sehen können, sind da schon irgendwie spannender. Ich weiß nun aus 1. Hand, dass nicht wenige davon in so fern wahr sind, dass Menschen dem Sender berichtet haben, diese Begegnungen genau so erlebt zu haben. Wie viel tatsächliche Wahrheit nun wiederum darin steckt, wissen wohl nur die, die diese Geschichten erzählen. Vor allem aber ist es dann immer noch eine Frage des Glaubens an Geister, ob man diese Erzählungen dann ernst nimmt oder nicht.

Euer Mythen Metzger.

 

11 Kommentare

  1. „Die spukenden Untoten aus dem Saarland“ hat mich am Stärksten berührt. Also das möchte ich nicht selbst erleben weil es hier keine huschenden Schatten oder sonstige flüchtige Eindrücke sind, sondern so klar beschrieben werden konnte, so massiv ist.

    Zu manch anderer dieser Geistergeschichten fiel mir etwas ein. Meine Mutter musste in den letzten Kriegsjahren als junges Mädchen im Privathaushalt eines Gasthofes ihren Lebensunterhalt verdienen. Dort sah sie, hell wach, in ihrem Zimmer am Schornstein sehr deutlich eine menschliche „Figur“ langsam hinabgleiten, sie sagte es hätte wie halbdurchsichtig ausgesehen. Nun, ca. 70 Jahre später, las sie in der Zeitung das dieser alte Gasthof abgerissen wurde, darüber berichtet wurde weil im Gemäuer des Kellers eine eingemauerte Leiche entdeckt wurde.

    Ich denke so manche der oben beschriebenen Geistergeschichten ist voll real, da bleiben Seelen aus irgend einem für sie ganz schlimmen Grund an dem Ort des Geschehens anhaften und manche Menschen können das sehen oder sonstwie wahrnehmen. Das ortsgebundene „Festhängen“ von Seelen betrifft womöglich sowohl Opfer als auch Täter, wie man am Beispiel „Kindermord auf Burg Hoheneck“ erkennen könnte.

    Danke für den interessanten Beitrag,
    Gruß Inka

    1. „Die spukenden Untoten aus dem Saarland“
      Im Saarland gab es dutzende Stollen, Untertagegruben, Übertagebergbau, Russhütten, – wenn man wüsste in welcher Grube die „echten“ Bergarbeiter gearbeitet haben sollen, und in welcher Zeit das erlebt wurde könnte man auch etwas mehr selber recherchieren. So klingt es etwa so wie aus der Bildzeitung…

  2. Huh, ein Gemälde, dass leer bleibt, wenn die Gräfin spuken geht. Das ist ja schlimmer, als die weiße Frau selber zu sehen. Dann weiß man wenigstens, wo sie ist. Wenn man das leere Gemälde entdeckt, kann die in dem Moment ja grade hinter einem stehen. Grauselig!

  3. Oh, die Fortsetzung, wunderbar! 🙂
    Das mit den glühenden Kohlen ist ja mal ein Ding, dieser Geist geht aber ein wenig zu weit, oder?

    Das mit dem leeren Gemälde ist ein Klassiker. Es gibt einen Stummfilm von 1912, „Portrait of Lady Anne“, in dem eine Geisterfrau aus ihrem Gemälde steigt, um eine Nachfahrin, die ihr nicht nur äußerlich sehr ähnlich ist, vor einem großen Fehler zu bewahren, den sie einst selbst beging und der ihr damals das Glück und das Leben gekostet hat. Ein guter Geist, sozusagen…

    Gibt es noch mehr Fortsetzungen? 🙂

      1. Aber bevor ich das sage , zünde ich mir erstmal eine Zigarette an und knöpf meine Bluse ein Stück auf….sollte das für ihn nicht von Interesse sein…dann war es schön euch alle kennengelernt zu haben 😀

  4. Warum sind diese Frauen eigentlich immer weiß?
    Könnte man da nicht mal etwas Farbe reinbringen?
    „Die bunte Mume vom Gumpensund“
    „Die violette Mätresse vom Ebersberg“
    „Die grüne Gräfin vom Grafenwald“
    „Die magentafarbene Herzogin von Disconnect“

    klingt doch gleich viel netter 🙂

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