Die 12 meistgesehenen Geister in Deutschland Teil 1

Erinnert sich jemand von Euch noch an den Film 13 Geister, in dem irgend so ein reicher Sammler 13 der blutrünstigsten Geister in Spezialkäfigen gefangen hielt? Den fand ich mal richtig klasse. Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr jetzt auch so eine Sammlung anlegen. Bei uns gibt es aber nur 12 davon.

Und wirklich blutrünstig sind sie auch nicht gerade. Eher arme Seelen, die keine Ruhe finden. Zumindest wenn man an Geister glaubt. Das ist ja immer so eine Sache. Die Einen sind davon überzeugt, dass es sie gibt, die Anderen halten es für Unsinn. Wie dem aber sei, Meldungen über Geistererscheinungen gibt es immer wieder. Und je stärker einer dieser eventuellen Spukorte frequentiert ist, desto öfter gibt es diese Meldungen dann von dort. Und so konnte man vor einiger Zeit dann eine Übersicht erstellen, welche Geister in Deutschland am Meisten gesehen werden. Man hat dabei bewusst auf eine Top 12 verzichtet und keine Plätze vergeben, sondern nur die Geister genannt und deren Hintergrundgeschichten kurz beschrieben. Die ersten sechs Geister möchte ich im Teil 1 dieser Übersicht aufzeigen. Sammler können sich ja dann schon einmal Gedanken über die Aufbewahrung ihrer Sammlerstücke machen.

Unglücklicher Forscher spukt auf der Pfaueninsel Berlin
Rot sollen seine Augen glänzen, düster soll seine Erscheinung sein: der Alchimist von der Pfaueninsel in Berlin! Johann Kunckel von Löwenstern war in Chemie äußerst begabt. Er sollte für seinen Kurfürsten, Friedrich von Brandenburg, heimlich Gold herstellen. Für das Volk war das Betreten der Insel streng verboten. Den Berlinern war er wohl schon damals nicht geheuer, verschrien als unheimlicher Zauberer. Einen Pakt mit den dunklen Mächten, vielleicht gar mit dem Teufel, soll er geschlossen haben, munkelte man. Auch wenn von Löwenstern die Herstellung von Gold nicht gelang, so konnte er doch wertvolles Goldrubinglas anfertigen. 1689 aber explodierte sein Labor – der Ruin!
Nachdem Friedrich von Brandenburg gestorben war, musste sich Kunckel von Löwenstern wegen Veruntreuung vor Gericht verantworten, da er nicht das von der Regierung erwünschte Gold produziert hatte. Der Nachfolger seines Förderers, Friedrich III., ließ ihn als Hexer anklagen und verbannte ihn. Nachdem sein Ansehen in Preußen unwiderruflich beschädigt war, flüchtete der Alchemist nach Schweden und genoss dort hohes Ansehen. Er starb 1703.
Doch die Zeit auf der Pfaueninsel mit dem tragischen Ende schien seine Seele nie vergessen zu können. Er wurde immer wieder auf dem Eiland an der Havel gesehen – als gruseliger, dunkler Geist mit rubinroten Augen.

 

Der ewige Student von Bochum
Dass Geister nicht unbedingt mehrere Jahrhunderte auf dem Buckel haben müssen, zeigt das Bespiel von Hajo, dem ewigen Studenten. In den 1970er-Jahren begann er, seine Doktorarbeit an der Ruhr-Universität Bochum zu schreiben. Doch er kam zu keinem Ende und war selbst 20 Jahre später noch nicht fertig.
Sein Ehrgeiz soll es gewesen sein, der ihn stets die neuesten Forschungen verarbeiten ließ, eine unendliche Geschichte. Er verarmte, verlor seine Wohnung und starb.
Doch von der Doktorarbeit lassen konnte er angeblich trotzdem nicht: Wenn es dunkel wird, soll er vor allem in den Gebäuden für Geisteswissenschaften spuken. Er sichtet dann Aufsätze, die ihm für seine Arbeit nützen könnten.  Wie die meisten Geistergeschichten hat auch diese einen wahren Kern: Hajo hat es wirklich gegeben. Er ist vor zwölf oder mehr Jahren gestorben. Davor hat er lange an seiner Doktorarbeit geschrieben, die aber unvollendet blieb.
Und tatsächlich will man Hajo so oft dort herum spuken sehen haben, dass er in diese 12er-Liste aufgenommen wurde.

Jetzt wird doch böse!
Mörderische Jungfrau auf Burg Friedland
Friedland galt einst als die kleinste Stadt Brandenburgs, hat aber eine große Schauergeschichte zu bieten.

Vor vielen Jahren lebte auf der Burg Friedland in der beschaulichen Niederlausitz ein junges Edelfräulein; die einzige Tochter eines wohlhabenden Mannes, jeder Ritter riss sich um ihre Hand. Doch das Mädchen war nicht nur schön, sondern auch stolz. Keiner der Männer war gut genug. Als der Vater im Sterben lag, hielt seine Tochter dem Druck nicht mehr stand: Sie floh von der Burg. Auf dem Totenbett verfluchte der Vater das Mädchen, weil es ihm keinen Erben geschenkt hatte.Die Jungfrau zieht seitdem als ruheloser Geist durch die historischen Gemäuer. Angeblich wurde sie sowohl auf der Burgmauer als auch in den Gängen des Schlosses gesehen. Dort hält die weiße Frau noch immer Ausschau nach einem Ehemann … Männern, die das Schloss besichtigen, folge sie, heißt es – und bringe die Kerle sogar um, falls sie sich nicht richtig verhalten!
Beherzigt man diese Ratschläge nicht, springt  einem die Jungfrau laut der Erzählung auf den Rücken und würgt  einen bis zum Tode.

 

Und hier mal etwas aus meiner Heimat, wo es mich mehrere Male in der Woche vorbei führt.
Liebestoller Zwangsarbeiter spukt in Villa Fühlingen!
Eine zauberhafte Backsteinvilla in Köln-Fühlingen: Eigentlich ein Traumhaus für jeden, der das Geld für die Renovierung hat. Doch diese Villa birgt mehrere dunkle Geheimnisse!
Bereits lange bevor ein Haus auf dem riesigen Areal stand, wurden dort Unmengen Blut vergossen.
Den Höhepunkt des Limburger Erbfolgestreits stellte die Schlacht von Worringen in der Fühlinger Heide dar. 1000 Soldaten sollen im Jahr 1288 ihr Leben verloren haben. Sie wurden in Massengräbern verscharrt.
Auf diesem blutigen Grund errichtete 1884 der wohlhabende Bankier Eduard Freiherr von Oppenheim das heute bekannte Spukhaus, auch eine Pferderennbahn und ein Gestüt finden Platz. Doch der Boden des Geländes war nicht zur Pferdezucht geeignet und Oppenheim musste 1907 verkaufen.
Jahrzehnte später nutzten die Nationalsozialisten das Haus als Schlaflager für Zwangsarbeiter. In dieser Zeit wurde die Liebe zur Tochter des Gutshofbesitzers einem von ihnen zum Verhängnis!

Ein 19 Jahre alter Pole verliebte sich in das minderjährige Mädchen – der Vater ließ den Arbeiter im Januar 1943 vor Wut von der Gestapo verhaften und in einer alten Ziegelei nahe dem Gutshaus erhängen. Sein Geist soll noch heute über das Gelände spuken, wo er seine große Liebe verlor …

Auch nach dem Krieg lag der Fluch des Todes über diesem Haus. Ein ehemaliger Nazi-Richter lebte mit seiner Familie dort, verkaufte es Anfang der 1960er-Jahre unter der Bedingung des lebenslangen Wohnrechts der Stadt Köln – und erhängte sich nur wenig später im zweiten Stock.
Seine Witwe lebt allein in der Villa weiter. 1967 zogen die letzten Bewohner der anderen Gebäude aus. Die Stadt ließ den hinteren Seitenflügel und die Reithalle abreißen. Fenster und Türen wurden zugemauert, ein Großteil des Gebäudes verfiel zusehends.
Nur eine Frau soll noch bis zum Jahr 2000 in der längst als Geisterhaus bekannten Villa gewohnt haben: die NS-Witwe! Sie starb zur Jahrhundertwende eines natürlichen Todes.
Seitdem steht das Haus leer. Geisterjäger und Neugierige gehen immer wieder auf Erkundungstour, sie berichten in Foren von seltsamen Geräuschen, Verwesungsgerüchen und einem beklemmenden Gefühl. Angeblich zeigen sich Poltergeister und Lichterscheinungen.
Einige Besucher berichteten sogar, dass sie von Hausgeistern bis in ihr Heim verfolgt wurden. Lokalmedien schrieben immer wieder über seltsame Vorkommnisse.
Ostern 2007 wurde der Tod plötzlich ganz real: Jugendliche fanden eine leblose Person im ersten Stock – ein Selbstmord, wie die Polizei feststellte. Erhängte sich der Mann etwa genauso wie der Richter? Angstvolle Gerüchte machten die Runde.

Immer wieder fanden sich Investoren, die das Haus wieder bewohnbar machen wollten, doch kein Projekt wurde bislang zu Ende gebracht. Ob jemals jemand in das gruselige Spukhaus einziehen wird, ist fraglich.
(Anm: aktuell ist dort wieder ein Bauvorhaben abgebrochen worden)

Die Wiederkehrenden Toten von Sylt
Den Bewohnern des norddeutschen Urlaubsparadieses sind sie schon seit Jahrhunderten ein Begriff:
die Gongers von Sylt.
Als Gongers – von Wiedergänger – werden Verstorbene bezeichnet, die nicht in Frieden ruhen können und deshalb zu ihren Verwandten zurückkehren. Dabei kommt es aber ganz auf die Todesart an: Es sind Menschen, die unschuldig ermordet wurden, Selbstmörder oder Ertrunkene.
Auf See Ertrunkene zeigen sich allerdings erst drei oder vier Generation später. In der Kleidung, in der sie gestorben sind, kehren sie in der Abenddämmerung aus dem Meer zurück.
Treffen sie niemanden an, hinterlassen sie eine Spur aus salzigem Wasser, das aus ihren durchnässten Kleidern tropft. Überzeugt das die Bewohner des Hauses nicht, kehrt der Gonger so lange zurück, bis sie an den Geist der Vergangenheit glauben.
Begegnet jemand persönlich diesem eigenwilligen Gespenst, soll er keine Furcht, sondern nur tiefe Trauer verspüren. Die Hand reichen sollte man einem Geist aber trotzdem nicht, denn dann verbrennt sie, läuft schwarz an und fällt schließlich ab.
Immer wieder hört man von Dort Geschichten, in denen Bewohner von den Gongers heimgesucht werden
sollen.

Ein Mädchen stirbt auf Burg Lehneck.
Es ist eine tragische Geschichte, die sich im Jahr 1851 in Lahnstein ereignete – weswegen die dortige Burg noch heute von einem Geist heimgesucht wird …
Mit ihrer Familie bereiste die 17 Jahre alte Schottin Idilia Dubb Städte am Rhein. Nach einer Übernachtung in Koblenz wanderten sie nach Lahnstein, quartierten sich dort in einem Gutshaus ein. Idilia war eine begeisterte Malerin und machte sich während eines Spaziergangs auf die Suche nach geeigneten Motiven.Als sie die verwunschen wirkende Burg entdeckte, ging sie die schmale Holztreppe hinauf, um die Aussicht über den Rhein zu porträtieren. Doch plötzlich stürzte die morsche Treppe ein, das Mädchen war auf dem Turm gefangen!
Runtersteigen konnte Idilia nicht mehr, springen auch nicht – dafür war es zu hoch. Dem Mädchen bleib nichts anderes übrig, als auf Rettung zu warten.
Als ihre Familie bemerkte, dass die Tochter nicht zurückkehrte, startete sie eine große Suchaktion. Doch die Burg stand schon lange leer und so kam niemand auf die Idee, dort nach dem Mädchen zu suchen.
Vier Tage harrte sie auf dem Steinboden aus, ohne die Hoffnung zu verlieren. Sie schrieb ihre Gedanken nieder: Wie sie versuchte, aus Steinen eine Treppe zu bauen, wie sehr ihre Händen bluteten, der Gaumen an der Zunge klebte und sie Vögel beneidete, die einfach davonfliegen konnten.
Trotzdem zeigt sich Idilia in ihren angeblichen Tagebuch-Aufzeichnungen immer wieder hoffnungsvoll, dass ihre Familie sie doch noch findet. Vergebens – sie verdurstet, abgeschnitten von der Welt.
Ihr Skelett wird ein Jahrzehnt später zufällig gefunden.
Historiker haben jedoch Zweifel an dieser Geschichte. Trotzdem soll es immer wieder Sichtungen geben,
wenn sie nachts dort spukt.

So meine Lieben, das waren jetzt einmal die ersten 6 der meistgesehenen Geister.
Der zweite Teil folgt dann in Kürze. Ich gehe jetzt mal zum Haus Fühlingen und schaue was da
los ist. Vielleicht nehme ich den Quipu mal mit, damit der den Geistern erklären kann, dass es sie gar nicht gibt. Dann ist da endlich Ruhe!  🙂 🙂 🙂

Euer Mythen Metzger 🙂

10 Kommentare

    1. Es gibt eine Sage, in der der Geist einer geizigen Frau ihre Magd bittet, ihr zum Zeichen der Vergebung die Hand zu reichen. Auf Anraten des anwesenden Pfarrers reicht ihr die Magd nur einen Zipfel ihrer Schütze. Ein Glück, den der Geist verschwindet und der Schürzenzipfel war wie weggebrannt.
      Ich denke also, da ist in jedem Falle Vorsicht geraten.

  1. Ja es sind ganz arme Seelen, die an den Orten ihrer Traumatisierung anhaften.
    Dagegen eher belustigend ist, das es Menschen gibt die Geister anzweifeln. Menschen SIND Geistwesen, Geister. Sobald ihre Seele (einfach die Energie des Bewusstseins) den Körper verlässt, sind sie bewusste Geistwesen. Diese oben genannten Geister-Beispiele zeigen recht gut wie sich sehr starke „negative“ Emotionen beim Sterben auswirken, sie halten die Schwingung der Seele so niedrig das sie nicht in ihre höher schwingende Seelenheimat gelangen können, sondern am Ort ihrer Traumatisierung anhaften bleiben. Das ist unsagbar traurig und letztlich auch kein Wunder das manche dieser armen, hier gefangenen Geistwesen eher ungut reagieren, wenn sich Menschen leichtfertig, völlig unbewusst oder respektlos in ihren „Lebensraum“ begeben, sie können immerhin jeden Gedanken und jede Emotion der Menschen „lesen“. Allein schon die Bezeichnung „Geister“ wirkt wie ein respektloses Abwerten von bewussten Geistwesen.
    Spannend ist eine „Geister-Geschichte“ lediglich, weil Menschen sich ihrer selbst nicht bewusst sind, nicht erkannt haben wer/wie sie wirklich sind.

  2. Die Geschichte von Idilia Dubb ist wirklich tragisch, wenn sie sich so zugetragen hat.
    Wie einsam und verzweifelt ist das, dort oben ohne Hoffnung auf den Tod zu warten.
    Irgendwie nachvollziehbar, daß sie dort noch immer auf Rettung wartet, armes Mädchen.

    Bin sehr gespannt auf den 2. Teil (von mir aus noch viele weitere…) 😉

  3. Also die Villa Fühlingen muss ich gestehen dass es mich auch schon lange reizt mir das da mal anzuschauen und einfach mal diese Kulisse auf mich wirken zu lassen….PS: wachsen da zufällig auch Mutterkorn und Klatschmohn auf dem Grundstück? xD 😉 wenn nicht pflanzt welches wenn ihr da mal hingeht, damit die armen Hardcore Skeptiker auch mal bissel mehr Kraut hinter ihren Argumenten haben….;-)

  4. Ach ja, die Villa Fühlingen… Oft dran vorbei, immer ignoriert. Ist halt letztlich auch nur ein altes Haus. So was gab es in meiner Kindheit auch in Vingst an der Kuthstraße. Dort steht auf halbem Weg den Hügel hoch auch so eine alte Gründerzeitvilla, die auf uns Kinder in den 80ern immer den totalen Spukhaus-Eindruck gemacht hat, obwohl das Haus kontinuierlich bewohnt war. Der Garten drumherum war halt ein wenig verwildert und die Fassade etwas vernachlässigt…

    Dass es in der Villa Fühlingen spuken soll, habe ich tatsächlich erst vor ein paar Jahren erfahren, sehr lange nach den Segelkurs-Wochenenden auf dem Fühlinger See in meiner Jugend. Schade eigentlich, damals wäre ich noch strafunmündig und jugendlich leichtsinnig genug gewesen, da mal ein oder zwei Blicke zu riskieren. Andererseits hätte in den 90ern da ja noch die Witwe „herumgespukt“… 😉

    Die Burg LAhneck hat übrigend einen Tippfehler in der Überschrift… 😉 😀

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