Apollo 7 Mission vor 50 Jahren: Verschnupfte, mies gelaunte Astronauten und eine Befehlsverweigerung!

Für die Öffentlichkeit sah alles perfekt aus, doch 50 Jahre nach dem Start kommen unglaubliche Details heraus.

Starker Wind beim Start

Diese Datei ist gemeinfrei (public domain), da sie von der NASA erstellt worden ist. Die NASA-Urheberrechtsrichtlinie besagt, dass „NASA-Material nicht durch Urheberrecht geschützt ist, wenn es nicht anders angegeben ist“. (NASA-Urheberrechtsrichtlinie-Seite oder JPL Image Use Policy).

Nach der tragischen Katastrophe der Apollo 1 Mission, bei der alle drei Astronauten starben, rückte die Ersatzcrew an erster Stelle. Dies waren Donn Eisele, Walter Schirra und Walter Cunningham, sie durften nun das Apollo Raumschiff fliegen. Der Druck war enorm groß, dass diese Mission erfolgreich sein musste. Am 11. Oktober 1968 hoben die Astronauten vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab. Doch der Start war alles andere als einfach. Es herrschte eigentlich zu starker Wind, und der Kommandant Walter Schirra war gegen den Start, den die NASA aber nicht absagen wollte. Walter Schirra sagte später aus: „Ich habe dagegen angekämpft, bis es schwer wurde und schließlich habe ich aufgegeben, mit großer Sorge.“ Der Start verlief allerdings erfolgreich.

Bei der Zündung der Treibwerke vibrierte es dermaßen, dass Walter Schirra aussagte, er konnte die Uhr gar nicht mehr ablesen und er dachte, dass die Welt untergehen würde.

Ein Problem folgte auf das andere

Der Kommandant schleppte eine Erkältung mit an Bord und steckte seine beiden Kollegen an. Aufgrund der Schwerelosigkeit kann das Nasensekret nicht ablaufen und alle drei fühlten sich extrem matt und müde und insbesondere der Kommandat Walter Schirra wurde zunehmend mürrisch und stritt sich immer wieder mit der Bodencrew, da den Astronauten das Programm zu straff war. Er soll zu einem Experiment gesagt haben: „Ich wünschte, ihr würdet den Namen des Idioten herausfinden, der sich diesen Test ausgedacht hat.“

Außerdem motzen alle über das zu süße und reichhaltige Essen, sie klagten über Schlafstörungen, die an dem straffen Missionsprogramm lag und an den Geräuschen der anderen Astronauten, durch die sie ebenfalls keinen erholsamen Schlaf fanden. Zu allem Übel kam hinzu, dass auch die Toilette nicht richtig funktionierte.

Die Öffentlichkeit

Die Apollo 7 Mission hatte das erste mal eine TV-Kamera an Board und es wurde auch live übertragen. Die Öffentlichkeit merkte von den schlecht gelaunten Astronauten und den weiteren Problemen nichts, da sich alle für diese kurzen Momente zusammenreißen konnten. Allen war klar, wie wichtig diese Mission war. Es stand die Zukunft des US-Raumfahrtprogramms auf dem Spiel. Für die NASA war es eine gelungene TV-Sensation, für den sie sogar später den Emmy bekamen.

Die Apollo 7 Astronauten von links nach rechts: Donn Eisele, Kommandant Walter Schirra und Walter Cunningham. Diese Datei ist gemeinfrei (public domain), da sie von der NASA erstellt worden ist. Die NASA- Urheberrechtsrichtlinie besagt, dass „NASA-Material nicht durch Urheberrecht geschützt ist, wenn es nicht anders angegeben ist“. (NASA-Urheberrechtsrichtlinie-Seite oder JPL Image Use Policy).

Befehlsverweigerung bei der Landung

Es brodelte weiter hinter den Kulissen und es kam immer wieder zu Verstimmungen zwischen den Astronauten, insbesondere zwischen dem Kommandanten Walter Schirra und der Leitung am Boden. Es eskalierte schließlich zur Befehlsverweigerung, als die drei verschnupften Astronauten bei der Landung ihre Helme aufsetzen sollten. Die NASA-Leitung bestand darauf, da sie befürchtete, die Astronauten könnten sich sonst das Genick brechen. Alle drei Astronauten bestanden darauf, ohne Helme zu landen, da sie befürchteten, sich nicht ihre Nasen zuhalten zu können und somit sogar ihre Trommelfelle platzen würden. Als es den Befehl vom Chef-Astronauten Deke Slayton gab, die Helme aufzusetzen kam diesem keiner nach, alle verweigerten den Befehlt und der Kommandant Schirra antwortete: „Dann komm doch hoch und zieh ihn mir an.“

Nach 10 Tagen und 20 Stunden und 163 Erdumkreisungen gab es eine erfolgreiche Landung und zwar ohne Helme.

Die Mission war ein Erfolg, aber die Stimmung zwischen den Astronauten und den Missionsverantwortlichen war derart gestört, dass es für alle drei Astronauten der letzte Flug war, sie kamen nie wieder zum Einsatz.

Ich finde es immer wieder spannend, wenn nach einigen Jahren oder auch wie hier nach Jahrzehnten mal ein genauerer Blick auf die tatsächlichen Zustände bei den Apollo Flügen möglich wird. Einige Details findet man zwar auch bei wikipedia, aber genauere Infos geben die Betroffenen doch meist erst nach Jahren preis. In der Zwischenzeit sind leider alle drei Astronauten verstorben: Der Kommandat der Apolo 7, Walter Schirra, und der Astronaut Walter Cunningham starben beide im Jahr 2007, der Astronaut Donn Eisele starb bereits im Jahr 1987.

Quipu

13 Kommentare

  1. aber das die gemeutert haben, ist es zu verdanken das die Astronauten danach weniger aufgaben aufgebrumt bekommen haben, das sich die wasserköpfe zusammengesetzt haben, und gemerkt haben, das es wohl wenig klever war jede sekunde durch zu organisieren, und den Piloten keinen frei raum mehr zu geben.

  2. Allein schon wegen der Hasselblad-Kameras würde mich eine Reise zum Mond reizen (bin begeisteter Hobby-Fotograf) und die Künstler-Skulptur sowie die Golfbälle die noch dort rumliegen würde ich mir auch noch schnappen….dafür bekäme ich mit hilfe renomierter Auktionshäuser wohl einen mehrstelligen Betrag.

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