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Kitsune

20.01.2020 – Hallo und Herzlich willkommen zu einer neuen Geschichte aus dem zauberhaften Reich der Yokai, – jener mythischen Geisterwesen aus dem wunderschönen mythologischen Japan. Nach Yuki-Onna stelle ich euch ihr lieben Leser heute nunmehr Kitsune vor, eine mythische, geisterhafte Gestalt Wandlerin aus dem alten Japan. Wenn ihr so wollt, könnte man sie im modernen Kontext aus dem Bereich der Mythen, Märchen, Sagen und Legenden gesehen, auch sehr wohl als Skinwalkerin bezeichnen. Ich wünsche euch wie immer viel Spaß beim Lesen und lasst doch auch gerne einen Kommentar hier so zumindest, wenn ihr denn wollt, um mir somit mitzuteilen, wie euch mein Beitrag denn eigentlich so gefallen hat.

 

Kitsune

Hüte dich vor Kitsune, der mythischen, geisterhaften Gestalt Wandlerin aus Japan.

Kitsune, der japanische Fuchsgeist, ist in Korea auch als Kumiho und in China als Huli Jing bekannt. Sie sind im Grunde die gleiche Art von mythischer Kreatur, aber mit einigen regionalen Unterschieden. In allen drei Kulturen, jenen der Geist bekannt ist, wird der Geist des Fuchses zumeist als doch recht böses und finsteres Wesen angesehen.

Es ist in diesen Gesellschaften als gemeinhin geläufiges Wissen bekannt, dass jene Wesen die Gesellschaft von Menschen aus einer Vielzahl von Gründen sehr gerne genießen, die für diese unglücklichen Menschenwesen, die auf eine dieser Kreaturen treffen, auch fast immer schlecht enden. Der Hauptgrund, warum ein Fuchsgeist einen Menschen ausfindig machen konnte, bestand in der Regel zumeist darin, ihm seine Lebenskraft abzusaugen oder sogar menschliches Fleisch zu verzehren und ihm dabei alle seine Kräfte zu stehlen, jene Kräfte, die diesem Menschen möglicherweise zusammen mit all seinen Erinnerungen, seinem Wissen und sogar seiner menschlichen Gestalt innewohnten.

 

Je älter ein Fuchsgeist wird, desto mächtiger wird er auch, und je mehr Menschen ihre Lebenskraft an diesen grausamen Yokai verlieren, desto mächtiger wird er auch zugleich. Man sagt, ein Fuchs könne erst dann eine menschliche Form annehmen, wenn er genug Lebenskraft erlangt und mindestens 500 Jahre alt geworden sei und sich zudem alle 100 Jahre einen zusätzlichen Schwanz wachsen lasse. Die ältesten Füchse werden den sogenannten Neunschwänzigen zugerechnet, die 900 Jahre alt oder manchmal sogar älter werden.

In der japanischen Folklore kann ein Kitsune bis zu neun Schwänze haben.

 

Die Kitsune in Korea – Kumiho und China – Huli Jing

 

In Korea verwendet der Kumiho einen Marmorstein in seinem Mund, um den Menschen ihre Weisheit zu stehlen, normalerweise durch einen Kuss. In Korea kann der Fuchsgeist bereits im Alter von 100 Jahren menschliche Gestalt annehmen, und die menschliche Gestalt wird zudem auch immer eine weibliche sein.

Der Fuchsgeist erfordert jedoch die Verwendung eines menschlichen Schädels, den er auf seinen Kopf legt, um sich so verwandeln zu können. Er kann einen Menschen aber auch vollständig verschlingen, um dessen Form anzunehmen. Bedeutet das, dass der Fuchs selbst ebenfalls weiblich ist? Nein, nicht unbedingt, aber die menschliche Erscheinungsform wird immer die einer attraktiven jungen Frau sein.

Oft nehmen die Kumiho die Form von jemandem an, den das auserwählte Opfer kennt, damit sie vertrauensvoller wirken und sich ihm oder ihr somit leichter nähern können. Eines der aufschlussreichsten Merkmale, mit denen man bei einem Kumiho zu tun hat, ist, dass es sich etwas anders verhält als jene Person, die es darstellt und Dinge sagt oder auch macht, die sie normalerweise nicht so macht.

Sie haben möglicherweise sogar eine andere Augenfarbe oder sprechen auf eine recht altmodische oder auch umständliche Weise, oder man könnte auch anfangen, nach dem Schwanz zu suchen, da der Schwanz immer in irgendeiner Form vorhanden ist. Der Kumiho wird sein Bestes geben und den Schwanz nach Kräften zu verbergen versuchen und sich weigern, seinen Rücken zu einem hin zuwenden.

In China ist der Huli Jing immer eine Frau, die sich darauf spezialisiert hat, Männer im Besitz von großer Macht zu verführen. Oftmals wurde durch die Huli Jing versucht, sich in das Leben von Generälen und Kaisern einzumischen, in der Hoffnung, somit politische und palastartige Intrigen nur zu ihrer eigenen Unterhaltung manipulieren zu können, jedenfalls soweit wir das beurteilen können. Wer weiß schon, was die wahrhaftige Absicht dieser Fuchsgeister gewesen sein könnte?

In den chinesischen Geschichten über den Fuchsgeist kann der Huli Jing dem Mann, mit dem sie zusammen ist, sehr gütig und wohltuend erscheinen. Sie verhält sich jedoch immer hinterhältig, bösartig und betrügerisch gegenüber anderen Frauen im Haushalt, egal, ob sie Verwandte oder lediglich nur einfache Dienerinnen sind. Sie spielt gerne grausame und oft auch tödliche „Streiche“ mit den Frauen, scheint dabei aber immer den Anschein eines Unfalls erwecken zu wollen. Und wehe dir, wenn du ein weibliches Stiefkind wärst. Die Männer, mit denen die Huli Jing zusammen sind, kommen oft sehr schnell an die Macht und werden berühmt sowie gelangen zu großem Reichtum wie zugleich auch in den Besitz großer Landstriche. Sobald der Huli Jing jedoch die gesamte, von seiner Hybris erzeugte Energie aufgenommen hat und der Mann alt, senil und gebrechlich wird und so nicht mehr in der Lage ist, die Menge jener Energie zu produzieren, nach der er sich sehnt, wird der Huli Jing gehen und ihre unsterbliche Schönheit sowie zugleich auch ihr magisches Glück mitnehmen, während sie ihre ausgelaugte ,,Nahrungsquelle‘‘ sich nunmehr sich selbst überlässt und diese so über seine verlorene Liebe und den verlorenen Luxus langsam verwelkt.

 

Japanische Märchen sprechen von den Kitsune so, das sie andere täuschen, indem sie sich als treue Wächter, Freunde, Liebhaber und Ehefrauen darstellen. Und wenn das nicht genug war, um von den verborgenen Übeln des chinesischen Fuchsgeistes zu überzeugen, dann werfe doch einmal einen Blick darauf, was dieser klassische chinesische Text über die Berge und das Meer über die wahre Form des Huli zu sagen hat Jing:

Es gibt ein Tier in der Form eines Fuchses mit neun Geschichten, es klingt wie ein Baby, und es frisst die Männer.

Die Kitsune von Japan,

 

Der bekannteste und beliebteste Name des Fuchsgeistes, entstammt aus Japan; Kitsune. In Japan kann Kitsune sowohl männlich als auch weiblich sein, obwohl die Weibchen in ihrer Zahl immer noch weitaus häufiger sind als die Männchen. Es wird angenommen, dass der Name Kitsune aus zwei zusammengesetzten Wörtern stammt. Einige ältere Quellen schlagen hierzu folgendes vor:

 

Kitsu – das Geräusch eines Fuchses kann aber auch soviel wie „Komm her“ bedeuten.

 

Tsune – bedeutet „immer,“ kann aber auch eine alternative Lesart von „Ki“ sein, – was je nach verwendetem Kanji sowohl die Farbe „Gold“ als auch das Wort für „Energie“ bedeuten kann. Und „Ne“ ist die weibliche Version des Ausdrucks oder der Überbetonung einer guten Laune auf Japanisch wie Shiawase-ne! (Ich bin sehr glücklich) oder Ii-ne! (Groß).

 

Kitsune könnte also so viel wie „immer golden“ oder auch „immer energiegeladen“ bedeuten, je nachdem, wie man es interpretieren mag. Ich für mich denke doch das die Füchse doch eher energiegeladene, neugierige und zudem auch stets umtriebige Wesen sind, und deshalb mag ich die folgende Geschichte auch am liebsten. Eine der beliebtesten Geschichten darüber, wie der Fuchsgeist zu seinem Spitznamen kam, eine Geschichte aus dem Nihon Ryouiki, die grob als „japanische Geistergeschichten“ übersetzt wird. Es handelt sich hierbei um eine Sammlung seltsamer und ungewöhnlicher Überlieferungen.

Die Geschichte geht so:

,,Es war einmal ein sehr einsamer Mann, dieser arbeitete hart auf seiner Farm. Er arbeitete Tag für Tag und hatte viel zu essen und ein schönes Zuhause, für das er sich sorgte, aber er hatte keine Frau. Er hatte jahrelang nach einer Frau gesucht, um seine mit den Jahren doch recht groß gewordene Einsamkeit zu beenden, konnte aber nie eine passende Frau für sich finden. Eines schönen Tages jedoch, als er wie immer auf seinem Felde unterwegs war, sah er in einer kurzen Pause einmal auf und sah vor sich eine atemberaubend schöne Frau stehen, und sie konnte wohl nicht weniger als eine bezaubernde Dame sein, weshalb er sich sofort in sie verliebte. Er bat sie, ihn zu heiraten, warb dazu um sie, ja, zeigte ihr gar alles, was er hatte und wie er doch auf sie aufpassen könnte, und zu seiner großen Freude stimmte sie der Heirat auch zu. Das Paar heiratete alsbald, und sie lebten daraufhin viele Jahre lang sehr glücklich zusammen. Zur großen Freude des Bauern sagte ihm seine Frau eines frohen Tages, dass sie endlich ein Kind von ihm erwarte und dass sie bald eine vollständige Familie sein würden. Er war überglücklich darüber und kümmerte sich sehr um seine Frau und ihr ungeborenes Kind. Als das Baby schließlich geboren wurde, stellte er fest, dass sein Haustier ebenso einen liebenswerten Welpen gebar.‘‘

,,Er hoffte, dass das Kind und der Welpe zusammen aufwachsen und sich gute Begleiter sein würden, aber als der Welpe wuchs, wurde dieser ohne ersichtlichen Grund zunehmend feindlicher gegenüber der Frau des Bauern. Die Monate vergingen so dahin, bis schließlich eines schlimmen Tages der inzwischen vom kleinen süßen Welpen zum erwachsenen Hund gewordene Vierbeiner der Dame des Hauses in bösartiger Weise in den Arm Biss. Die Frau verschwand daraufhin in einem Nebel wie aus edler Robe und Seide gesponnen und setzte an ihrer Stelle statt nun einen Fuchs mit neun buschigen Schwänzen. Sie blickte mit großer Überraschung wie gleichsam tiefstem Entsetzten zu ihrem Manne auf und rannte so, als wohl sie jetzt bemerkte, was sie getan hatte, panisch aus dem Hause und von den wütenden Zähnen des Hundes weg. Tage, Wochen, Monate vergingen und sie kehrte nicht zurück. Der Mann gebrochen und in seinem innersten Leer, ward mit gebrochenem Herzen und in tiefer Trauer gefangen. Er liebte seine Frau doch sehr und vermisste sie gar noch mehr und kümmerte sich nicht darum, dass sie in Wirklichkeit ein Fuchsgeist war. Nein, er weinte, weinte, bitterlichste Tränen um sie, jede Nacht wanderte in sich zutiefst verzweifelt über die Felder und rief mit seiner Stimme die heiser und von Tränen wie erstickt ward, dass sie doch nur bitte wiederkommen solle und so rief er immerzu: „Kitsu-ne?!“ „Kitsu-ne?!!“

Geschichten wie diese sind oft die Ursprünge berühmter Persönlichkeiten, die mit außergewöhnlichen Fähigkeiten geboren wurden, wie der Shugendō-Priester En-No-Gyoja und der Onmyōdō-Priester Abe-No-Seimei. Beide gaben an, eine Kitsune als Mutter gehabt zu haben. Obwohl der Fuchsgeist in dieser Geschichte wohlwollend und gutherzig war, brachte sie dem Manne, den sie liebte, immer noch tiefe Traurigkeit, als sie sich dazu entschied davonzulaufen. In einigen Versionen der Geschichte starb der Mann später an Einsamkeit, und in anderen reiste er auf der Suche nach seiner Geliebten ab und kehrt danach nie mehr zurück.

Arten von Kitsune:

 

In Japan gibt es drei verschiedene Kitsune-Typen. Jede von ihnen hat ihre eigenen Besonderheiten, die sie für sich ein wenig einzigartig machen:

 

Youko – diese werden als Kitsune angesehen, aber ich frage mich oft, ob sie nicht lieber als eigene Art beschrieben werden sollten, da sie nicht wirklich Fuchsgeister sind, sondern Dämonen, die ja nur die Gestalt eines Fuchses angenommen haben. Die oben beschriebene Geschichte von Huli-Jing erwähnte, dass sie wie ein Baby klangen, und dieses Weinen wird oft verwendet, um ahnungslose Opfer zu locken, die dann das unglückliche Kind retten wollen, nur um sie daraufhin zu verschlingen.

Myoubu, – das sind speziell jene Fuchsgeister, die sich als Botschafter von Inari O-kami zusammengeschlossen haben. Sie können nichts Böses tun und sind dazu eingeschworen, seinen Anbetern zu helfen. Das sind unter anderem die Statuen, die man allgemein an Schreinen und Friedhöfen mit ihren charakteristischen roten Lätzchen erkennen kann.

Nogitsune, – das sind jene Füchse, die am direktesten mit den Menschen interagieren und (anders als in China und Korea) sowohl gut oder schlecht sein können. Sie sind nicht auf Inari O-kami ausgerichtet und werden daher als „wild“ angesehen, aber nicht in dem Sinne, wie es sich für einen echten Fuchs gehört. Sie können wählen, wie sie sein wollen und machen sich keine Sorgen um karmische Wiedergutmachung. Von all den Geschichten, die du über die Kitsune erfahren kannst, kannst du diese am häufigsten sehen, wenn sie im Laufe ihres Lebens manchmal Menschen belästigen oder sich mit den Menschen anfreunden.

 

In Japan wird der Kitsune oft auch aufgrund einer Eigenschaft entdeckt, diese nicht von ihm verborgen werden kann. Wie beim Kumiho hat der Kitsune fast immer einen Schwanz- und manchmal auch ein Fuchsohr. Die Kitsune werden oft versuchen, im Schatten zu bleiben, sodass ihre Gesichtszüge nicht sehr gut zu sehen sind, da ihre Haut sehr klar und fast strahlend ist, da sie nicht oft der Sonne ausgesetzt war. Oftmals verwenden sie eine Sprache, die als veraltet oder unmodern angesehen wird, da sie nicht oft mit Menschen interagieren, manchmal nur alle hundert Jahre oder länger und daher die aktuelle Verwendung von Begriffen oder entsprechende neue Dialekte oder Redewendungen nicht kennen. Sie können mit ungewöhnlichen Geschwindigkeiten sprechen, entweder sehr langsam oder auch sehr schnell. Es gibt Wörter auf Japanisch, mit denen Kitsune große Probleme haben sollen, diese auszusprechen. Eines dieser Wörter ist zum Beispiel „Moshi,“ weil die Leute begannen, ihre Gespräche zwischen Tür und Angel (und jetzt ihre Gespräche am Telefon oder mit Handys) mit der Begrüßungsformel „Moshi-Moshi?“ zu beantworten. ”Um so zu bestätigen, dass es sich nicht um ein Kitsune handelt.

Kitsune und Hunde vertragen sich überhaupt nicht, und so kann der Kitsune aufgrund seiner negativen Reaktion auf die Hunde ihrer Besitzer heftig reagieren und somit auffallen. So zum Beispiel durch extreme Angst vor dem Hund. Auch die Hunde selbst werden heftig auf die Kitsune reagieren, da sie diese sowohl riechen, als auch ihre Präsenz verspüren können. Die Hunde werden als Reaktion auf die Begegnung mit einem Kitsune aktiv knurren und versuchen, die Kitsune somit zu vertreiben.

Kitsune soll sogar die Fähigkeit haben, sich unsichtbar zu machen, aber sie können ihren Schattenwurf nicht verbergen, der immer in der Form des Fuchsohr-Kitsune erscheint. Du kannst sie auch sehen, indem du einen Raum unter der zu Hilfenahme von Weihrauch durchquerst, und der Rauch wird ihre Formen dabei umreißen und den Kitsune so abschrecken. Sie mögen aber auch allgemein den Duft von Weihrauch nicht, da dieser bei den Kitsune sogar Übelkeit verursachen solle.

Ein Kitsune wird auch immerzu durch seine Reflexion belichtet und vermeidet deshalb alles, was eine spiegel ähnliche Oberfläche hat, etwa wie Wasser, polierte Metallplatten, Metalllöffel oder Metalltöpfe und natürlich – Spiegel. Eine Dame, die sich weigert, einen Spiegel in ihrem Zimmer zu behalten, wird verdächtigt, entweder eine Kitsune zu sein oder gar von einer Kitsune besessen zu sein.

(Kitsunestuki, mehr dazu weiter unten).

 

Inarizushi ist eine Art Tofu und Reis Sushi, die gebraten wird und sehr süß schmeckt. Inarizushi wird oft als Opfergabe für den Gott Inari O-Kami hinterlassen. Es wird gesagt, dass die Kitsune dieser Art von Sushi nicht widerstehen kann und niemals damit aufhören kann, es zu essen und so auch zu seiner Fuchsgeister Gestalt zurückkehrt, um den köstlichen Geschmack dieses Gerichts in vollen Zügen zu genießen. Wenn das Sushi weggelassen wird, setzt man den Kitsune dem aus, was er oder sie wirklich ist. Hoshi-no-tama, – das ist eine Art von Ball, ähnlich dem Kumiho-Marmor, der einen Teil der Kitsunes-Kraft enthält. Es erscheint als leuchtender, schwebender Ball, der für Kitsune sehr wertvoll ist. Wenn du diesen Ball finden und behalten könntest, so muss der Kitsune dich bedienen, um diesen wiederzubekommen. Das Kitsune wird jedoch alles nur in seiner Macht Stehende versuchen, um es zurückzubekommen. Es ähnelt in seiner Natur, dem Fuchsfeuer.

Kitsunetsuki – Fuchsgeist

Dies ist doch ein recht langes und auch komplexes Thema, insbesondere unter den Shugendō, die immer noch regelmäßig Exorzismen durchführen. Wisse nur, dass diese Art von Kitsune keine echte Kitsune ist und dass Fuchsgeister sowohl von Menschen als auch von echten Füchsen Besitzergreifen können. Wenn der Kitsune im Besitz eines menschlichen Körpers ist, verursacht er häufig alle möglichen Probleme. Normalerweise ist es ein harmloser Spaß, aber manchmal wird es mit der Zeit auch immer schädlicher. Ganze Familien wurden wegen Fuchsbesessenheit in den Ruin getrieben.

Wie hält man den Geisterfuchs aus dem sprichwörtlichen Hühnerstall heraus?

 

Der beste Weg, um den Fuchsgeist von dir fernzuhalten, ist die aktive Selbsterhaltung. Sie können nicht nehmen, was du ihnen nicht gibst. Sie sind keine Götter, und sie sind auch nicht übermächtig. Sie zu ignorieren, ist somit deine beste Verteidigung gegen sie. Vertraue also nicht dem zwielichtigen Fremden, der an einem perfekten, sonnigen Tag im Schatten von Wind und Regen spricht. Wenn ein hübsches Mädchen oder ein hübscher Kerl aus heiterem Himmel mit dir spricht, wenn er oder sie zu gut zu sein scheint, um wahr zu sein, wenn du denkst, du könntest einen goldgelben Schimmer in ihren Augen glänzen sehen oder auch nur den Hauch eines Schattens von einem Schwanz, dann tue es auch nicht und vertraue ihnen nicht, da sie ein Kitsune sein könnten.

Wenn du das Gefühl hast, verfolgt zu werden, du aber nur einen Schatten sowie einen plötzlichen Lichtfunken siehst, dann sei ja vorsichtig. Wenn es um die Kitsune geht, liegt ihre Hauptstärke nämlich darin, dich auszutricksen und mit viel List und Tücke zu versuchen, in dein Leben zu treten. Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass sie einen wunderbaren, lustigen, ja nur gar ach so liebenswerten Begleiter abgeben. Sie kommen wie ein Wirbelwind herangeweht und sind dann wieder verschwunden, bevor du überhaupt weißt, was dich eigentlich getroffen hat.

Du fühlst dich müde und möchtest dennoch immer und immerzu mehr von ihr. Wenn du nicht aufpasst, lieber Leser, könntest du dich also nur allzu bald draußen alleine auf der Straße wiederfinden und getrieben von tiefer Trauer und mit einem gebrochenen Herzen völlig verzweifelt durch die Straßen schlendern und dabei „Kitsu-ne?!“ … „Kitsu-ne?!!“ rufen.

LG Wulfi

6 thoughts on “Kitsune

  1. Das war wieder ein schöner Artikel, auch wenn er die Kitsune schlechter erscheinen lässt als sie tatsächlich oft dargestellt werden. Wohlwollende Kitsune sind in der japanischen Mythologie nicht selten – auch wenn ihr trickreiches und eigenwilliges Wohlwollen dann doch oft dumm ausgeht für die Menschen. Kitsune gehören auch als stetige Begleiter zu dem beliebten Gott / der Göttin Inari und werden mit der Gottheit zusammen verehrt.
    Hier gibts ergänzend noch eine schöne Infoseite über Kitsune:
    http://www.coyotes.org/kitsune/kitsune.html

    1. Hallo Tyger, vielen Dank für deinen Kommentar und auch für deinen Link dazu! Ja, stimmt, du hast recht, der Beitrag war dieses Mal nicht so ganz ausgewogen wie die anderen davor, denn tatsächlich gibt es über die Kitsune auch sehr viel Positives. Das mit der Gottheit Inari wusste ich schon und habe ich so nebenbei auch angeschnitten, aber dennoch freut es mich sehr, in dir einen so aufmerksam wie gleichsam auch konstruktiven Leser zu haben.

      Vielen Dank und LG Wulfi

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